© Museum für Islamische Kunst, Staatliche Museen zu Berlin - Pl_1450© Museum für Islamische Kunst, Staatliche Museen zu Berlin - Pl_1450

Mit dieser Story führt das Museum in diesen wichtigen Personenkreis ein und stellt im Anschluss einzelne ausgewählte Personen ausführlicher vor.

Jüdische Sammlerinnen und Sammler Islamischer Kunst

Die Anfänge der Islamischen Abteilung

1904 als die Islamische Abteilung gegründet wurde, aus der später das Museum für Islamische Kunst wurde, war sie im Vergleich zu anderen eine eher kleine Sammlung. Nach und nach wurde die Sammlung von enthusiastischen Menschen mit großer Leidenschaft für die Kunst und Kultur islamisch geprägter Länder auf- und ausgebaut und das Museum auf ganz unterschiedliche Weise unterstützt. Viele von diesen Menschen waren Berliner Jüdinnen und Juden und mit dem Museum und seinen Mitarbeitenden eng verbunden. Sie unterstützten das Museum vor allem durch umfangreiche Leihgaben, mit denen das Museum neue Ausstellungen bestücken konnte. So zeigte das Museum 1932 die Ausstellung "Islamische Kunst aus Berliner Privatbesitz" im damaligen Kaiser-Friedrich-Museum, dem heutigen Bode-Museum. Diese Ausstellung wurde nahezu ausschließlich mit Leihgaben jüdischer Sammlerinnen und Sammler ausgestattet. Beispielsweise lieh Moritz Sobernheim dem Museum zu diesem Zweck 42 Objekte, Herbert Gutmann 41 und Max Ginsberg sogar über sechzig. Außerdem vertreten waren die Sammlungen von Alfred Cassirer, Frida Hahn und Fritz Pohlmann.

Jüdische Sammlerinnen und Sammler

In der Entstehungszeit des Museums für Islamische Kunst waren private Sammlerinnen und Sammler von besonderer Bedeutung. Es handelte sich um ein junges Museum, das sich noch dazu eines Themenbereichs annahm, der bis dahin kaum als eigenständiges Forschungsgebiet etabliert war. Aber es entwickelte sich mit der Zeit zu einer zentralen Anlaufstelle für Interessierte und Begeisterte. Dieser Austausch war von beiderseitigem Vorteil, da die Sammlerinnen und Sammler sich beim Auf- und Ausbau ihrer Sammlungen fachkundig beraten lassen konnten. Das Museum wiederum konnte seine Sammlung mit Leihgaben oder durch Schenkungen temporär oder permanent auffüllen.

So entstanden gute und enge Kontakte zwischen dem Museum und seinem Direktorium einerseits und Privatleuten mit Sammlungen von Kunstobjekten aus islamisch geprägten Regionen andererseits. Viele dieser Privatleute waren jüdischen Glaubens.

I.1641_Georg-Niedermeiser.jpg© Museum für Islamische Kunst, Staatliche Museen zu Berlin / Georg Niedermeiser

Berliner Jüdinnen und Juden unterstützten die Islamische Abteilung in ihrer Anfangszeit sehr stark.

Förderer des Museums für Islamische Kunst

Jakob Goldschmidt

Jakob Goldschmidt stammt aus einfachen Verhältnissen. Er wurde 1882 in Niedersachsen geboren und ging nach einer Banklehre nach Berlin, wo er schnell beruflich erfolgreich wurde. In Berlin und Umgebung hatte Jakob Goldschmidt zwei Wohnsitze, die er mit Objekten aus seiner Sammlung schmückte. Einen im Berliner Tiergartenviertel (Matthäikirchstraße), wo auch Max Ginsberg zeitweise wohnte und einen in Neubabelsberg, wo er somit ein Nachbar von Friedrich Sarre, dem ersten Direktor der Islamischen Abteilung, war. Jakob Goldschmidt starb 1955 in New York.

Jakob Goldschmidt galt als einer der einflussreichsten Bankiers, Wirtschaftsexperten und Netzwerker seiner Zeit. Nach seiner Banklehre gründete er 1909 gemeinsam mit anderen das Bankhaus Schwarz, Goldschmidt & Co. in Berlin. Später war er Gesellschafter der Danat-Bank (Darmstädter und Nationalbank), einem der größten Bankhäuser der Weimarer Republik. Goldschmidt muss eine herausragende Stellung in der Wirtschaft jener Zeit innegehabt haben, da er mehrere sehr sprechende Beinamen, wie „Magier der Börse“ und „Mittelpunkt der Finanzwelt“ erhielt. Den damit verbundenen Wohlstand setzte er ein, um die Wissenschaften und Künste zu fördern und soziale Einrichtungen zu unterstützen.

 

Gegen Ende der 1920er Jahre verließ ihn aber das berufliche Glück. Auch mögen betriebliche Fehlentscheidungen eine Rolle gespielt haben. Vor allen Dingen hatte Goldschmidt wohl aber (zu) lange Zeit gehofft, der negative Ausblick der Weltwirtschaft würde die deutsche Wirtschaft nicht zu sehr in Mitleidenschaft ziehen. Letztlich konnten er und das Bankhaus sich diesen Entwicklungen aber nicht mehr länger entgegenstellen. Und als die Danat-Bank zu Beginn der Bankenkrise 1931 aus verschieden Gründen zahlungsunfähig wurde, verlor Goldschmidt seinen Posten. Die Danat-Bank wurde zwangsweise mit der Dresdner Bank fusioniert und weitgehend verstaatlicht. Eigenständige Restrukturierungsmaßnahmen der Eigentümer waren spätestens ab Anfang 1933 dann nicht mehr möglich, als die Nationalsozialisten an die Macht kamen und für Jüdinnen und Juden starke Beschränkungen und Repressalien einführten. 1933 emigrierte Goldschmidt in die Schweiz und 1936 von dort in die USA.

© bpk-Bildagentur
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Jakob Goldschmidts persönliches Sammelinteresse...

...galt vor allen Dingen dem französischen Impressionismus und Keramik aus Ostasien. Aus der Abbildungssammlung des Museums für Islamische Kunst geht hervor, dass sich in Jakob Goldschmidts Privatsammlung aber auch mehrere Teppiche befunden haben. Das Museum für Islamische Kunst verdankt Goldschmidt mindestens einen Knüpfteppich (I. 5526), der im 16. Jahrhundert in der heutigen Türkei gefertigt in Paris im Kunsthandel erworben und 1929 dem Museum geschenkt wurde.

 

Teile der Sammlung Jakob Goldschmidts wurden am 23.6.1936 im Auktionshaus Hugo Helbing versteigert. Die Auktion „ist als verfolgungsbedingter Vermögensverlust im Sinne der Washingtoner Prinzipen einzuordnen. Auch wenn nicht mehr alle Umstände vollständig rekonstruiert werden können, steht fest, dass Jakob Goldschmidt Verfolgungsmaßnahmen ausgesetzt war, durch die er erhebliche finanzielle Nachteile erlitt.“

Ernst Herzfeld

Ernst Herzfeld war ein wichtiger Mitarbeiter des Museums für Islamische Kunst. Der Archäologe war zunächst als Volontär an das Museum gekommen, prägte jedoch das junge Forschungsfeld der Islamischen Kunstgeschichte entscheidend mit. In den Jahren 1907/8 reiste er gemeinsam mit dem damaligen Direktor der Islamischen Abteilung Friedrich Sarre u. a. in den heutigen Irak. Dort leitete er dann auch von 1911-13 die Ausgrabungen in der Stadt Samarra.

 

Als Jude musste er Verfolgung und Schikanierung durch die Nationalsozialisten fürchten. Herzfeld, der seit 1923 überwiegend in Persien arbeitete, kam nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten nur 1933 und ein letztes Mal 1935 noch zu kurzen Besuchen nach Deutschland zurück. Er war Ausgräber in Persepolis, und von dort emigrierte er 1934 nach London. Zum letzten Mal war er vom 15. März bis 5. April 1935 in Berlin. Zunächst in England und später in den USA ging Herzfelds wissenschaftliche Karriere weiter und er zählt bis heute zu den prägendsten Figuren des Fachs.

 

Zahlreiche Objekte schenkte Herzfeld im Laufe seiner Tätigkeit dem Museum für Islamische Kunst. Darunter unter anderem zwei Schalen aus dem 10. oder 11. Jahrhundert (I. 5303, I. 5312).

Ernst Herzfeld © gemeinfrei
Ernst Herzfeld © gemeinfrei

Charlotte von Mendelssohn-Bartholdy

Charlotte von Mendelssohn-Bartholdy besaß gemeinsam mit ihrem Mann Paul eine umfangreiche Sammlung zeitgenössischer Kunst, an deren Aufbau sie maßgeblich beteiligt war. Die Berlinerin war außerdem Autorin und Redakteurin einer Zeitschrift für Kunst und Kultur.

Dem Museum für Islamische Kunst stiftete sie eine von zwei ägyptischen Schattenspielfiguren (I. 1641, I. 1642), welche genau ist unklar. Letztere zeigt eine Figur, die auch im anatolischen Schattenspiel äußerst populär war. Dort trägt sie den Namen Karagöz und erlebt zusammen mit ihrem Freund Hacivat zahlreiche tragisch-komische Abenteuer.

Die Schattenspielfiguren gelten bislang als älteste erhaltenene materiellen Nachweise für das Schattenspiel überhaupt. Sie stammen nämlich vermutlich aus dem 15. Jahrhundert und sind aus Kamelleder gefertigt, ein Material, das sich nur sehr selten über einen so langen Zeitraum erhält. Neueste Forschungen halten aber auch eine Entstehung im 18. Jahrhundert für möglich. Die beiden Figuren werden ab 2027 in der Ausstellung des Museums für Islamische Kunst zu sehen sein.

Charlotte von Mendelssohn-Bartholdy © gemeinfrei
Charlotte von Mendelssohn-Bartholdy © gemeinfrei

Eduard Arnhold

Einer der wichtigsten Förderer des Museums für Islamische Kunst war Eduard Arnhold. Zwar sammelte er selbst keine Islamische Kunst, sondern zeitgenössische europäische Malerei. Aber er war zur Jahrhundertwende einer der großzügigsten Förderer von Kunst. So stiftete er 1910 zum Beispiel die Villa Massimo. Die Villa ist ein deutsches Kulturinstitut in Rom, das noch heute der Bundesrepublik Deutschland gehört. Dort werden seit über hundert Jahren deutsche Künstlerinnen und Künstler mit Stipendien gefördert. Darunter viele Wissenschaftler*innen und Künstler*innen, wie Navid Kermani.

 

Für das Museum für Islamische Kunst war Eduard Arnhold vor allem deshalb wichtig, weil er Mitglied der Ankaufskommission war. Die Kommission entschied darüber, welche Objekte für die Sammlung des Museums erworben werden sollten.

 

Möglich waren Eduard Arnhold seine wohltätigen Aktivitäten, da der Kohlenhändler einer der wohlhabendsten und erfolgreichsten Unternehmer der Weimarer Republik war. Im Laufe seines Lebens setzte er ein Viertel seines Vermögens für soziale, kulturelle oder anderweitige wohltätige Zwecke einsetzte. So war er auch „einer [sic!] der führenden Persönlichkeiten bei der 1911 gegründeten Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften, der heutigen Max-Planck-Gesellschaft.“ Eduard Arnhold ist heute weitgehend aus dem öffentlichen Bewusstsein verschwunden, obwohl seine Verdienste als Mäzen in Gänze wohl kaum überhaupt angemessen zu würdigen sind.

Eduard Arnhold an seinem 75. Geburtstag © bpk-Bildagentur
Eduard Arnhold an seinem 75. Geburtstag © bpk-Bildagentur
Brief_Ginsberg-Sarre_SMB-ZA, I-IM 58, Bl. 21.jpgBrief von Max Ginsberg an Friedrich Sarre (Museumsdirektor) © Zentralarchiv, Staatliche Museen zu Berlin

Warum sammelten Jüdinnen und Juden Islamische Kunst?

In der Entstehungszeit des Museums für Islamische Kunst, das im Jahr 1904 zunächst unter der Bezeichnung Islamische Abteilung gegründet wird, sind private Sammlerinnen und Sammler von besonderer Bedeutung. Als junges Museum, das sich noch dazu eines Themenbereichs annimmt, der bis dahin kaum als eigenständiges Forschungsgebiet etabliert ist, knüpft das Museum und sein Direktorium gute Verbindungen zu Privatleuten mit Sammlungen von Kunstobjekten aus islamisch geprägten Regionen. Viele dieser Privatleute sind jüdischen Glaubens.

Zum einen gibt es um die Jahrhundertwende in gewissen Teilen des Bürgertums eine allgemeine Faszination für außereuropäische Kulturen und ihre Künste. Zum anderen sind unter diesen Enthusiasten viele Jüdinnen und Juden, deren Interesse explizit den islamisch geprägten Regionen gilt.

Für die hohe Beteiligung von Jüdinnen und Juden an dieser gesellschaftlichen Entwicklung könnte es mehrere Ursachen geben. Einerseits ist es für Jüdinnen und Juden in Deutschland zu jener Zeit trotz der – historisch gesehen – verhältnismäßig hohen gesellschaftlichen Akzeptanz häufig schwer sich in etablierten Bereichen von Kultur, Wissenschaft und Gesellschaft allgemein einzubringen. Daher sind neu entstehende Fachbereiche und Institutionen möglicherweise eine willkommene Gelegenheit zur kulturellen, wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Teilhabe.

Und so sind mit Eduard Arnhold, Charlotte von Mendelssohn-Bartholdy, Alfred und Eva Cassirer, Jakob Goldschmidt, Eduard Simon, Max Ginsberg und vielen weiteren mehr zahlreiche Jüdinnen und Juden daran beteiligt, dass Schenkungen, Leihgaben und Ankäufe die Sammlung bereichern, aber auch, dass Ausgrabungen finanziert werden können. Die engen Verbindungen zwischen diesen Personen und dem Direktorium des Museums sind aber darauf nicht beschränkt. Als Fachleute auf demselben Gebiet tauschen sie sich über einzelne Objekte und über damit zusammenhängende Fragestellungen aus. Und in Einzelfällen sind Privatpersonen auch in Gremien des Museums, wie der Ankaufskommission vertreten, wo sie mit darüber befinden, welche Kunstwerke zu welchem Preis für die Sammlung erworben werden sollen.

© Museum für Islamische Kunst, Staatliche Museen zu Berlin / Johannes-Kramer© Museum für Islamische Kunst, Staatliche Museen zu Berlin / Johannes Kramer

Welche Objekte sind Dank diesen Personen noch heute im Museum zu sehen?

Franz von Mendelssohn

Im Jahr 1914 stiftete Franz von Mendelssohn dieses Gefäß in Form einer im Schneidersitz sitzenden Frau, die ein nacktes kleines Kind stillt (I. 2622). Sie ist mit einem mit Ranken bemalten blauen Mantel über einem hellen Gewand bekleidet. Die Haare hängen offen in mehreren Strähnen herunter; den Kopf bedeckt eine Kappe mit Perlrand. An dem Gefäß sind mehrere spätere Ergänzungen erkennbar.

Das Gefäß wird ab 2027 auch wieder in der Dauerausstellung des Museums für Islamische Kunst zu sehen sein. Es besteht aus modellierter Quarzfritte, das Gewand und die Kopfbedeckung der Figur sind mit kobaltblauer Glasur überzogen. Konturen sowie Gesicht, Haare und die Ornamente sind in Lüstertechnik ausgeführt. Das Objekt stammt höchstwahrscheinlich aus dem Iran und wird um 1200 datiert. Keramikfiguren wie diese kamen in Iran im 12. bis frühen 13. Jahrhundert in Mode. Einige sind als Kanne oder Vase gearbeitet und haben die Form von Menschen oder Tieren. Es ist unklar, wozu diese Figur einer stillenden Frau genutzt wurde.

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© Museum für Islamische Kunst, Staatliche Museen zu Berlin / Johannes Kramer

Herbert M. Gutmann

Diese Schale (I. 4843) gelangte als Schenkung von Herbert M. Gutmann in die Sammlung des Museums für Islamische Kunst. Sie zeigt einen nach rechts gewandten Reiter im Inneren, umgeben von floralem Dekor und gerahmt von einem Zierfries. Er trägt ein Schwert und ein Normannenschild und kämpft mit einem von rechts angreifenden blauen, rotgeflecktem Tier, möglicherweise einem Leoparden. Unter dem Pferd ist ein flüchtender Hase dargestellt. Auf dem Rand befindet sich eine Inschrift. Die Gestaltung des Reiters und der Kampfszene findet Parallelen in anderen Kunstgattungen an islamischen Fürstenhöfen des 12./13. Jahrhunderts. Der Normannenschild und das Schwert hingegen verweisen auf den Einfluss der Kreuzfahrer zu dieser Zeit.

Die Schale befindet sich derzeit im Depot des Museums für Islamische Kunst, wird aber ab 2027 in der Dauerausstellung zu sehen sein. Sie stammt aus Syrien und wird auf das Ende des 12. oder den Anfang des 13. Jahrhunderts datiert.

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© Museum für Islamische Kunst, Staatliche Museen zu Berlin / Johannes Kramer

Moritz Sobernheim

Mehrere frühislamische Gläser erhielt das Museum für Islamische Kunst als Schenkungen von Moritz Sobernheim. Darunter auch dieses Exemplar (I. 1946). Ursprünglich einmal aus grünem Glas gefertigt, bekam es im Laufe der Zeit eine bunte, fast schillernde Färbung. Dieser Vorgang nennt sich Irisieren.

Moritz Sobernheim war ein deutscher Politiker und Diplomat. Außerdem war er selbst "Orientalist", wie die Forschenden, die Sprache, Kultur und Religionen des Nahen Ostens studierten, damals genannt wurden. Und so verfasste er selbst auch mehrere Bücher, z.B. über Inschriften und Architektur. Für die preußische Regierung war er außerdem mehrmals beruflich im Nahen Osten aktiv. Er starb 1933 in Berlin und wurde dort auf dem jüdischen Friedhof in Weißensee beerdigt.

Für das Museum für Islamische Kunst ist Moritz Sobernheim besonders wichtig, weil er dem Museum 1907 die Damaskus-Nische (I. 583) schenkte. Die Nische gehört bis heute zu den wichtigsten Objekten der Sammlung. Sobernheim erwarb sie 1900 in Damaskus und ließ sie nach Berlin bringen. Es handelt sich dabei um ein klassisches Element der Inneneinrichtung von Wohnhäusern im Damaskus der Osmanischen Periode. Die Nische wird ins 16. Jahrhundert datiert.

© Museum für Islamische Kunst, Staatliche Museen zu Berlin / Johannes Kramer
© Museum für Islamische Kunst, Staatliche Museen zu Berlin / Johannes Kramer

Eduard Simon

Mehrere Objekte verdankt das Museum für Islamische Kunst auch Eduard Simon. Er war der Cousin des heute wohl bekanntesten Berliner Mäzens James Simon und hatte unter anderem eine Vorliebe für die Kulturen des Nahen Ostens. Er war Mitinhaber der 1852 gegründeten Baumwoll- und Leinenfabrik Gebrüder Simon und erhielt 1911 die Ehrendoktorwürde der Universität Breslau.

Wie viele andere auch unterstützte er zahlreiche Berliner Museen. So konnte die Islamische Abteilung 1914 auf dem internationalen Kunstmarkt Ankäufe im Wert von über 14.000 Mark machen, weil Eduard Simon den Betrag rechtzeitig auslegte.

Objekte im Museum für Islamische Kunst, die auf Eduard Simon zurückgehen sind ein Teller (I. 1592), eine Schale (I. 1594), ein Tonkrug (I. 1593), ein Krug aus Metall (I. 2210), sowie Fragmente eines Sarkophags (I. 4422, I. 4423).

Diese Fliese in Form einer Gebetsnische (I. 591) stammt aus dem heutigen Iran und wurde vermutlich im 13. oder 14. Jahrhundert hergestellt.

© Museum für Islamische Kunst, Staatliche Museen zu Berlin / Christian Krug
© Museum für Islamische Kunst, Staatliche Museen zu Berlin / Christian Krug
ZA 2.11.-3232_Sonderausstellung-1932-II.jpgSonderausstellung 1932 © Zentralarchiv, Staatliche Museen zu Berlin

"Islamische Kunst in Berliner Privatbesitz"

In einer Sonderausstellung 1932 wurden fast ausschließlich jüdische Sammlungen gezeigt. Darunter waren neben der Ginsberg-Sammlung auch die Sammlungen Sobernheim, Pohlmann, Cassirer und Gutmann.

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