Vielfalt der Landschaften

Gebirge und Hochebenen prägen weite Teile der Türkei, durchzogen von fruchtbaren Tälern. Das Pontische Gebirge im Norden und der Taurus im Süden verlaufen in Ost-West-Richtung; im Osten schließt das Armenische Hochland das Land ab. Hier, in Nordostanatolien, entspringen auch die beiden bedeutendsten Flüsse des Nahen Ostens: Euphrat und Tigris. Küsten, Ebenen, Flüsse und Täler – die türkische Landschaft ist von einer Vielfalt, die kaum ein anderes Land bietet.

Auf dem ersten Foto ist eine idyllische Szene bei Avanos zu sehen, wo eine Herde Rinder in der Nähe einer Wasserstelle am Fuße der Felsformationen Kappadokiens ruht.

Im Antitaurus entspringt der Karasu, einer der beiden Quellflüsse des Euphrat. Eine zerbrechlich wirkende, kleine Holzbrücke, die eine bescheidene Verbindung zwischen den beiden Ufern bildet, trotzt der wilden Kraft des Wassers.

Der Kızılırmak entspringt in Ostanatolien und ist mit 1355 km der längste Fluss, der vollständig innerhalb der Türkei fließt. Dem Gehalt an eisenhaltigem Ton verdankt er seinen Namen “roter Fluss”. Er schlängelt sich durch vielfarbige Felsenformationen und versorgt die weiten Hochebenen als natürliche Lebensader mit Wasser.

Hinter dieser malerischen Wasserlandschaft verbirgt sich die Geschichte einer Flussumleitung im 6. Jahrhundert, um die historische Stadt Tarsus vor Überschwemmungen zu schützen. Der Fluss Kydnos wurde über ein Felsplateau umgeleitet, an dessen Geländesprung sich der Wasserfall bildete. Im Laufe der Jahrhunderte schufen die Wassermassen die kleinen Inselchen, da der Untergrund aus Konglomerat besteht.

An der Südküste des Van-Sees ragt die Insel Ahtamar/Akdamar aus dem größten Soda-See der Erde. Sie beherbergt die Überreste der armenischen Klosterkirche von Ahtamar, deren Ursprünge bis ins 10. Jahrhundert zurückreichen. Während des Völkermordes an den Armeniern 1915 wurde sie in Mitleidenschaft gezogen und erst 2007 - allerdings nur als Kulturdenkmal - wiedereröffnet.

Wie wenige Zeugnisse der reichen armenischen Geschichte in der Türkei sind noch geblieben!" (anonym)

Der Erciyes ist ein ruhender Vulkan und mit einer Höhe von 3917 m der höchste Berg Zentralanatoliens. Sein Gipfel ist fast das ganze Jahr über schneebedeckt. Das Foto zeigt das massive Vulkangebiet mit Blick auf die Hochebenen in der Nähe von Kayseri.

Zurück zur Ausstellungsübersicht

Mit offenen Augen

Mit offenen Augen durch die Türkei: Drei deutsche Fotografen hinterließen zwischen den 1920er und 2000er Jahren ein außergewöhnliches Bildarchiv – und Berliner Stimmen erzählen, welche Erinnerungen die Fotos noch heute wecken.