zan zendegi azadi, Maryam Keyhanizan zendegi azadi © Maryam Keyhani

Mayram Keyhani

zan zendegi azadi - Frau Leben Freiheit

Unser größtes Mitgefühl gilt den Menschen im Iran, die unter großer Gefahr für ihr Leben und ihr Wohlergehen für gleiche Rechte auf Leben, Würde und Freiheit protestieren. Diese Menschen beweisen großen Mut. Wir unterstützen sie in ihrem täglichen Kampf.

Inspiriert von diesen Ereignissen hat die in Berlin lebende Künstlerin Maryam Keyhani den Slogan der Bewegung - zan zendegi azadi (Frau, Leben, Freiheit) - in kalligrafische Zeichnungen umgesetzt, die an alte iranische Traditionen anknüpfen und Text und Bild miteinander verbinden.

Maryam Keyhani ist eine iranisch-kanadische Künstlerin, die 1981 in Teheran geboren wurde. Sie lebt und arbeitet in Berlin.

Maryam Keyhani
Maryam Keyhani

Jin Jiyan Azadî

kurdische Unabhängigkeitsbewegung

Der Slogan der Bewegung - zan zendegi azadi (Persisch) hat seinen Ursprung in der kurdischen Unabhängigkeitsbewegung des späten 20. Jahrhunderts und zielt darauf ab, die Bedeutung von Frauen hervorzuheben.

zan zendegi azadi © Maryam Keyhanizan zendegi azadi © Maryam Keyhani
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Forugh & MJ meet in Berlin

Ein kurzer Film greift den Aufruf zur Freiheit in den Zeichnungen auf. Keyhani kombiniert Forugh Farrochsads Gedicht "Eine Wiedergeburt" (Tavolodi Digar) aus den 1960er Jahren mit einer Performance des ebenfalls in Berlin lebenden Künstlers MJ Harper. Harpers Körper bewegt sich frei - physische Verse, die auf den Sonnenaufgang über dem Berliner Bode-Museum und Farrochsads Stimme abgestimmt sind.

Michael John Harper ist Multimedia-Künstler, Tänzer, Choreograph und Kreativdirektor in Berlin.

Eine Wiedergeburt

Forugh Farrochsad

Mein ganzes Sein ist wie ein dunkler Spruch

Der dich in sich wiederholend

Zum Morgengrauen ewigen Erblühens und Gedeihens tragen wird

Ich habe dich in diesem Vers geseufzt

Ich habe dich in diesem Vers

Mit Baum und Feuer und Wasser verbunden


Das Leben ist vielleicht

Eine lange Straße, die eine Frau mit einem Korb

täglich entlanggeht

Das Leben ist vielleicht

Ein Strick, mit dem ein Mann sich an einem Ast erhängt

Das Leben ist vielleicht ein Kind, das aus der Schule heimkehrt


Das Leben mag vielleicht das Anzünden einer Zigarette sein

in einem Augenblick der Schlaffheit zwischen zwei Umarmungen

Oder das zerstreute Vorbeigehn eines Passanten

Der seinen Hut abnimmt

Und einem, der vorübergeht, mit einem Lächeln, das nichts

bedeutet, „Guten Morgen“ sagt


Das Leben ist vielleicht jener begrenzte Augenblick

In dem mein Blick sich in den Pupillen deiner Augen selbst vernichtet

Und in dem ein Gefühl ist

Das ich mit dem Erfassen des Mondes

und der Wahrnehmung der Finsternis vermischen werde

In einem Zimmer, das so groß ist wie eine Einsamkeit

Mein Herz

Das so groß ist wie eine Liebe

Die schlichten Gründe seines Glücks betrachtet

Das schöne Sterben der Blumen in der Vase

Den jungen Baum, den du im Gärtchen unsres Hauses pflanztest

Und das Lied der Kanarienvögel

Die nach dem Maße eines Fensters singen


Ach…

Dies ist mein Teil

Dies ist mein Teil

Mein Teil ist

Der Himmel, den das Aufhängen von Gardinen mir nimmt

Mein Teil ist, eine verlassene Treppe hinabzugehen

Und bei etwas zwischen Fäulnis und Fremde anzukommen

Mein Teil ist ein trauriger Spaziergang im Garten der Erinnerung

Und im Kummer einer Stimme den Geist aufzugeben,

die zu mir sagt:

„Ich liebe

Deine Hände“


Meine Hände pflanze ich in den kleinen Garten

Sie werden grünen, ich weiß, ich weiß, ich weiß es

Und in meine tintenbeklecksten hohlen Hände

Werden Schwalben ihre Eier legen


Ohrringe hänge ich mir an beide Ohren

Aus zwei roten Zwillingskirschen

Und auf meine Nägel klebe ich Dahlienblätter

Es gibt eine Gasse, in der

Die Jungen, die in mich verliebt waren, noch

Mit denselben unordentlichen Haaren, schlanken Hälsen

und dünnen Beinen

An das keusche Lächeln des Mädchens denken, das eines Abends

Der Wind forttrug

Es gibt eine Gasse, die mein Herz

Aus den Vierteln meiner Kindheit gestohlen hat


Die Reise durch den Raum auf der Linie der Zeit

Mit einem Raum die trockene Linie der Zeit zu schwängern

Einem Raum, der weiß von dem Bild

Das vom Gastmahl eines Spiegels zurückkehrt


Und es ist so

Dass einer stirbt

Und einer bleibt


Kein Fischer wird je in einem kläglichen Rinnsal

das in eine Sickergrube fließt, eine Perle finden


Ich

Kenne eine kleine, traurige Nixe

Die wohnt in einem Ozean

Und ihr Herz spielt leise, leise

Auf einer Zauberflöte

Eine kleine, traurige Nixe

Die abends stirbt an einem Kuss

Und im Morgengrauen aus einem Kuss

geboren werden wird


Übersetzt von Kurt Scharf, erschienen in "Jene Tage", Sujet-Verlag

تولدی دیگر

فروغ فرخزاد

 

همهٔ هستی من آیهٔ تاریکیست

که ترا در خود تکرارکنان

به سحرگاه شکفتن‌ها و رستن‌های ابدی خواهد برد

من در این آیه ترا آه کشیدم، آه

من در این آیه ترا

به درخت و آب و آتش پیوند زدم

زندگی شاید

یک خیابان درازست که هر روز زنی با زنبیلی از آن میگذرد

زندگی شاید

ریسمانیست که مردی با آن خود را از شاخه میآویزد

زندگی شاید طفلیست که از مدرسه بر میگردد

زندگی شاید افروختن سیگاری باشد، در فاصلهٔ رخوتناک دو همآغوشی

یا نگاه گیج رهگذری باشد

که کلاه از سر بر میدارد

و به یک رهگذر دیگر با لبخندی بی‌معنی میگوید «صبح بخیر»

زندگی شاید آن لحظهٔ مسدودیست

که نگاه من، در نی‌نی چشمان تو خود را ویران میسازد

و در این حسی است

که من آنرا با ادراک ماه و با دریافت ظلمت خواهم آمیخت

در اتاقی که به اندازهٔ یک تنهائیست

دل من

که به اندازهٔ یک عشقست

به بهانه‌های سادهٔ خوشبختی خود مینگرد

به زوال زیبای گل‌ها در گلدان

به نهالی که تو در باغچهٔ خانه‌مان کاشته‌ای

و به آواز قناری‌ها

که به اندازهٔ یک پنجره میخوانند

آه...

سهم من اینست

سهم من اینست

سهم من،

آسمانیست که آویختن پرده‌ای آنرا از من میگیرد

سهم من پائین رفتن از یک پلهٔ متروکست

و به چیزی در پوسیدگی و غربت واصل گشتن

سهم من گردش حزن آلودی در باغ خاطره‌هاست

و در اندوه صدائی جان دادن که به من میگوید:

«دستهایت را

«دوست میدارم»

دستهایم را در باغچه میکارم

سبز خواهم شد، میدانم، میدانم، میدانم

و پرستوها در گودی انگشتان جوهریم

تخم خواهند گذاشت

گوشواری به دو گوشم میآویزم

از دو گیلاس سرخ همزاد

و به ناخن‌هایم برگ گل کوکب میچسبانم

کوچه‌ای هست که در آنجا

پسرانی که به من عاشق بودند، هنوز

با همان موهای درهم و گردن‌های باریک و پاهای لاغر

به تبسم‌های معصوم دخترکی میاندیشند که یکشب او را

باد با خود برد

کوچه‌ای هست که قلب من آنرا

از محل کودکیم دزدیده ست

سفر حجمی در خط زمان

و به حجمی خط خشک زمان را آبستن کردن

حجمی از تصویری آگاه

که ز مهمانی یک آینه بر میگردد

و بدینسانست

که کسی میمیرد

و کسی میماند

هیچ صیادی در جوی حقیری که به گودالی میریزد، مرواریدی صید نخواهد کرد.

من

پری کوچک غمگینی را

میشناسم که در اقیانوسی مسکن دارد

و دلش را در یک نی‌لبک چوبین

مینوازد آرام، آرام

پری کوچک غمگینی

که شب از یک بوسه میمیرد

و سحرگاه از یک بوسه به دنیا خواهد آمد


Die wohl bekannteste und beliebteste iranische Dichterin der Neuzeit

Forugh Farrochsad

Ihre Gedichte waren zu jener Zeit in Iran ein Skandal – und sind es zum Teil sogar bis heute. In ihnen drückt eine Frau offen ihre Gefühle aus, schreibt recht unverblümt von ihrer weiblichen Sexualität, wagt es, ihre Empfindungen für einen verheirateten Mann zu thematisieren und setzt sich auch kritisch mit ihrer eigenen Stellung in der Gesellschaft auseinander.

Cymin Samawatie stellt uns Forugh Farrochsad und ihre Gedichte vor. Ergänzend führt Kurt Scharf in die 3000 Jahre alte Geschichte der Poesie und die Entstehung der modernen Lyrik in Iran ein. Musikalisch wird dieser Podcast von Roshanak Rafani (Percussion) und Ralf Schwarz (Kontrabass) begleitet.

Forugh Farrochsad
Forugh Farrochsad, Jene Tage