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Auf dem Foto ist eine nomadische Yörükin zu sehen, die mit ihren Kamelen eine Fernstraße in der Region Konya entlang wandert. Ihre Kleidung und Schuhe sind traditionell, wobei das kurze Jäckchen mit seinem farbigen Blumenmuster und der weit geschnittene Rock mit Gürtel und großer Schnalle auffallen.
"Ich stamme aus einer Yörüken-Familie und bin der Überzeugung, dass jemand, der yörükisches Blut in sich trägt, nicht sein Leben lang am selben Ort leben kann. Nach einer Weile verspürt man das Bedürfnis, weiterzuziehen, und entwickelt den starken Wunsch, den Wohnort, die Nachbarschaft, die Stadt oder sogar das Land zu wechseln." (Mehmet Tütüncü, 43)
“Kamele sind so wunderschöne und beeindruckende Tiere! Meine Oma hat mir erzählt, dass ihr Großvater in Konya einige besaß und sehr wohlhabend war. Ob seine Kamele wohl auch so prachtvoll aussahen wie diese hier?” (anonym)
Viele Yörüken nutzen ihre Kamele als Attraktion und lassen Touristen auf ihnen reiten, insbesondere an den Stränden in der Region Antalya.
“Ich glaube, ich war erst drei oder vier, als man mich mit meiner Schwester auf so ein Kamel gesetzt hat. Als das Tier aufstand, kam es mir so riesig vor, dass ich vor Angst geweint habe, ich weiß noch, wie mein Bruder mich dann schnell auf den Arm genommen hat. Auch wenn ich Kamele heute toll finde, habe ich immer noch ein bisschen Angst vor ihnen.” (anonym)
Kurdische Nomadenfrauen und -kinder (Koçer) an ihren schwarzen Ziegenhaarzelten südlich von Bitlis – an einer viel begangenen Route, die in die Sommerweidegebiete rund um den Van-See führt.
“Die Aufmerksamkeit der Frauen scheint nicht beim Fotografen zu liegen. Wurde versteckt fotografiert? Wohin sehen die Frauen? Was passiert im Zelt?” (anonym)
Schwarze Ziegenhaarzelte auf Holzstützen – eine Wohnform, die in der gesamten arabisch-iranischen Welt verbreitet ist. Dieses Lager stand für einige Tage oder Wochen irgendwo in der östlichen Türkei.
Aufbruch kurdischer Nomadenfamilien am frühen Morgen irgendwo in den Sommerweidegebieten rings um den Van-See. Ihre von Ochsen gezogenen Karren haben Scheibenräder aus Vollholz.
Linkes Foto: Kurdische Nomaden ziehen 1989 mit bepackten Pferden, Eseln und Hunden durch die Stadt Bitlis.
Rechtes Foto: Eine kurdische Nomadin mit ihrem Hausrat auf einem kleinen Pferd in Bitlis.
Mit offenen Augen durch die Türkei: Drei deutsche Fotografen hinterließen zwischen den 1920er und 2000er Jahren ein außergewöhnliches Bildarchiv – und Berliner Stimmen erzählen, welche Erinnerungen die Fotos noch heute wecken.