CulturalxCollabs: Fragment No. 21 highlighted © Museum für Islamische Kunst, Heiner BüldCulturalxCollabs: Fragment No. 21 highlighted © Museum für Islamische Kunst, Heiner Büld

Cultural x Collabs - Weaving the Future

Fragment No. 21

100 Fragmente. 100 Reisen

Dies ist ein Fragment des "CulturalxCollabs - Weaving the Future" Teppichs.

Mit dem Fragment folgen wir der Reise der Besitzer:innen und ihrer Collabs. Sie entdecken und experimentieren mit gesellschaftlich relevanten Themen, die sie auf kreative Weise vorantreiben.

Hier stellen wir Euch das Fragment vor, so wie wir es auf seine dreieinhalbjährige Reise schicken.

Folg dieser Story und erleb die Transformation des Fragments im Laufe der Jahre...

...und weiter geht's...

...mit Mo Baala

Hallo zusammen, mein Name ist Mo Baala.

Als das Paket ankam, habe ich es mir angesehen, ohne es zu öffnen, und mich gefragt, wie ich mit solch komplexen Emotionen umgehen könnte, ohne dabei bloß illustrativ zu werden. Ich habe mich gefragt: "Was wäre, wenn ich eine Installation schaffe, die als poetische Interpretation dieses Teppichs – und der damit verbundenen Geschichte – dient, ohne das Paket jemals zu öffnen?"

Letztendlich werde ich es öffnen, aber ich werde es mit geschlossenen Augen tun. Ich werde die Rückseite des Teppichs signieren, weil ich mich weigere, ihn anzusehen. Stattdessen ist es mein Ziel, eine eigenständige Installation zu schaffen. Indem ich dieses neue Werk dem ungeöffneten oder unsichtbaren Teppich gegenüberstelle, lade ich das Publikum ein, den Raum zwischen ihnen zu erkunden.

Ergibt das Sinn? Vielleicht nicht. Aber Krieg ergibt auch keinen Sinn. Das Dasein ergibt selten Sinn, und doch besteht es fort. Die Menschen leben ihr Leben weiter, und dieser Akt des Voranschreitens ist selbst eine Art, aus dem Sinnlosen Sinn zu schaffen.

Being the Being, Installation, 2026 | Mo Baala x CulturalxCollabs

Für diese Installation habe ich *Semella* verwendet – das Gummimaterial, das für Schuhsohlen verwendet wird, um unsere Füße zu schützen. Während wir traditionell mit einem Teppich auf einer horizontalen Ebene interagieren, wollte ich die *Semella* vertikal positionieren. Sie steht für den Schutz unserer Füße – genau jener Füße, die wir brauchen, um in die Zukunft zu gehen.

Der Teppich ist ein grundlegendes Element meiner Kindheit, tief verwoben mit meinem kollektiven Gedächtnis und meiner Vorstellungskraft. Er erinnerte mich an den Mythos von Sindbad, der auf einem fliegenden Teppich fliegt – sich über die schwere, horizontale Realität der Welt erhebt. Es ist der Wunsch, unseren weltlichen Komplexitäten zu entfliehen, selbst wenn Flucht unmöglich erscheint.

Durch diese physischen Formen wollte ich die schiere Schwierigkeit vermitteln, uns über unsere Kämpfe zu erheben. Das Leben verläuft selten geradlinig; es ist eher organisch als geometrisch und erfordert ständige Anpassung. Die Formen, die ich geschaffen habe, verkörpern diese Komplexität. Es sind Objekte, die ein Recht darauf haben, zu existieren, gesehen zu werden, aufgehängt zu werden und zum Nachdenken anzuregen. Sie sind ein Akt des Widerstands.

Ähnlich wie die Schönheit von Teppichen, die in den dunkelsten Zeiten gewebt wurden, leisten diese Formen Widerstand, und durch diesen Widerstand existieren sie.

Fotos: Mo Baaala studio, 2026

Die Reise beginnt...

...mit Lucia Kempkes

"Teppichknüpfen als zeichnerische Praxis" war ein Seminar, das ich im Wintersemester 24/25 an der Bauhaus Universität Weimar gehalten habe. Das Teppichfragment war als Input zu der Tradition des Teppichknüpfens, der Technik und Ästhetik Teil des Seminars. Die künstlerischen Ergebnisse der Studierenden sind herausragend, individuell und zeigen die Vielseitigkeit der Interpretationsmöglichkeiten des Webens und Teppichknüpfens als künstlerische Praxis.

Abschlusspräsentation und Ausstellung

Die fertigen Werke wurden in einer Ausstellung präsentiert, entweder frei hängend, an der Wand oder in einer eigens dafür gebauten Gerüstkonstruktion.



















The Battle Within

von Sandra Waldfrost

Warum liegt hier Stroh? / Die große Versuchung

von Ferdinand Golz

Acker und Felder

von Rosalie Radke

„voll - ständig und selbst“

von Sahrah Feyerabend

Untitled

von Jacob Lepp

Untitled

von Lillian Senfft von Pilsach

Dem Fußboden erzählen

von Romi Kroener

Keyhole

von Ayla Aoki

The future is clear. It‘s going to fall apart.

von Agathe Salva

3450min

von Tine Metka

„Wie geht es dir“ (Unsolicited Nudes pt. 2)

von Ben Thiele

Random-Access Memory

von Annekathrin Stroekel

Bergstrasse 15

von Emilia Justen

Schafe zählen

von Amelie Brauer

CulturalxCollabs: Fragment No. 21 © Museum für Islamische Kunst, Heiner Büld

Schau genau

Vorne und Hinten

Über das Projekt

Das Projekt des Museums für Islamische Kunst "CulturalxCollabs - Weaving the Future" feiert die transformative Kraft des kulturellen Austauschs und die gesellschaftlichen Verflechtungen, die uns alle vereinen. Alles, was wir lieben, geliebt haben und jemals lieben werden, stammt aus kulturellem Austausch, Migration und Vielfalt, oder wie wir es gerne nennen, #CulturalxCollabs.

100 Teppichfragmente, aus einer Replik des ikonischen Drachenteppichs geschnitten, werden die Welt bereisen (unterwegs mit DHL). Mit Hilfe der Collab-er werden die Fragmente #CulturalxCollabs bereichern, menschlichen Einfallsreichtum inspirieren, Gemeinschaft fördern und letztendlich zeigen, wie kultureller Austausch all unsere Leben bereichert.

Folg #CulturalxCollabs auf Instagram und erleb wie sich das Projekt entfaltet...

...oder lies hier weiter

Weaving the Future

Begleite uns auf eine Reise mit 100 Teppichfragmenten, die dreieinhalb Jahre lang rund um die Welt reisen, vorübergehende Zuhause finden und dabei kulturelle Grenzen überbrücken. Vereint durch die Kraft persönlicher Geschichten fördern die Fragmente eine weltweite Gemeinschaft.

100 Fragmente. 100 Reisen

"CulturalxCollabs - Weaving the Future" - 1 Projekt, 100 Teppichfragmente. Folge ihrer Reise mit den immer wieder wechselnden Besitzer:innen innerhalb der nächsten 3,5 Jahre.

Wie ein Teppich entsteht

Ein kaukasischer Teppich aus dem 17. Jahrhundert, halb zerstört durch eine Brandbombe im Zweiten Weltkrieg, wird zur Vorlage für einen Doppelgänger — gewebt 2022 von einer Familie in Rajasthan, Indien. Über 2,3 Millionen Knoten später reist er als 100 Fragmente in alle Welt. Dies ist die Geschichte, wie er entstand.

Wo ist der Drache?

Ein kaukasischer Drachenteppich aus dem 17. Jh. - der Star des "CulturalxCollabs - Weaving the Future" Projekts. Aber wo ist der Drachen eigentlich?