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Dies ist ein Fragment des "CulturalxCollabs - Weaving the Future" Teppichs.
Mit dem Fragment folgen wir der Reise der Besitzer:innen und ihrer Collabs. Sie entdecken und experimentieren mit gesellschaftlich relevanten Themen, die sie auf kreative Weise vorantreiben.
Hier stellen wir Euch das Fragment vor, so wie wir es auf seine dreieinhalbjährige Reise schicken.
Folg dieser Story und erleb die Transformation des Fragments im Laufe der Jahre...
„Women in Solidarity“ ist eine Website und wird bald auch ein Buch sein, das über die Kraft der Verbundenheit refelktiert. Es berichtet über den Mut von Communities, Orte zu schaffen, die Stärke und Zusammenhalt verkörpern. Alle Organisationen, die ich in diesem Buch und auf der Website vorstelle, tragen diese wunderbare, uralte Weisheit in sich. Für mich liegt darin der Schlüssel zur Überwindung der Klimakrise, von Krieg, Umweltzerstörung, Gewalt und Spaltung.
Das Titelbild ist eines von 100 Fragmenten und schöpft seine Lebendigkeit aus dem Zusammenhalt mit den anderen Fragmenten auf der ganzen Welt. Die hier beschriebenen Projekte sind alle miteinander verbunden und werden durch viele weitere ergänzt; sie wachsen, verbreiten sich, geben einander Kraft und Ermutigung und sind miteinander verflochten.
Dies ist ein Projekt, das darauf abzielt, die Sichtbarkeit von Graswurzelorganisationen zu stärken, die altes Wissen jenseits rationaler, patriarchaler Logik bewahrt haben. Frauen, die dieses Wissen weitergegeben und dadurch ein tiefes Gefühl von Verbundenheit erhalten haben.
Ich möchte die Aufmerksamkeit auf diese Frauen lenken. Diese sieben Beispiele sollen als Inspiration, Verbindung und als Möglichkeit für einen Raum und eine Zeit der Heilung verstanden werden. Sie bilden ein Gegenbild zu Trennung, Spaltung und Zerstörung.
Sie leben von Solidarität, von einer Verbindung zu Wissen, zur Natur, zu Menschen und Nicht-Menschen.
May Franzen, die das Buch und die Website mit Porträts meiner Reisen und Besuche bei den Projekten illustriert hat, gestaltete das Cover in ihrem wunderbaren Stil: Fragment 76:
„Ausgehend von der Fotografie habe ich versucht, das ursprüngliche Webmuster nicht direkt zu kopieren, sondern es in meine eigene malerische Sprache zu übersetzen. Dafür entwickelte ich eine Aquarelltechnik, die ich als eine Art ‚malerisches Weben‘ verstehe: Durch das Übereinanderschichten horizontaler und vertikaler Linien in den Primärfarben Blau, Gelb und Rot entstehen durch mehrfach transparente Lasuren neue Farbtöne. An den Kreuzungspunkten der Linien bilden sich visuelle ‚Knoten‘, die formal an die Struktur eines gewebten Teppichs erinnern.
Für mich symbolisieren diese Linien die Vielzahl humanitärer und feministischer Graswurzelbewegungen weltweit – einzelne Initiativen, Projekte und Menschen, die unabhängig voneinander handeln und dennoch miteinander verbunden sind. Durch ihre Überlagerung und ihr Zusammenspiel entfalten sie eine kollektive Kraft. Mein Bild versteht sich daher als Visualisierung eines lebendigen Netzwerks: eines Geflechts aus Engagement, Solidarität und gegenseitiger Unterstützung, das – trotz eines fragmentierten Ausgangspunkts – eine vielschichtige, farbenreiche Einheit entstehen lässt.“
Ich bin nicht gerade neu in Finnland – tatsächlich bin ich vor etwa zwölf Jahren hierhergezogen. Als weiße, gut ausgebildete freiwillige Migrantin aus dem Globalen Norden, hatte ich innerhalb der internationalen Migrantengemeinschaft in Finnland immer eine privilegierte Stellung. Dennoch hatte ich zu kämpfen – vielleicht habe ich mich für eine kulturell ungeeignete Umgebung entschieden, oder vielleicht habe ich die sozialen Auswirkungen der Dunkelheit unterschätzt und meine Fähigkeit, einen Job zu finden, der meiner Ausbildung und meinen Interessen entspricht, überschätzt. Und ich war sicherlich nicht darauf vorbereitet, meine Gesundheit mehr als einmal zusammenbrechen zu sehen.
Doch selbst in Zeiten der Verzweiflung, Tristesse und Reue wusste ich, dass es Tausende von Menschen gab, denen es weitaus schlechter ging. Ich kämpfte weiter – für mich selbst, für meine Tochter, die hier in Finnland geboren wurde, und für alle anderen, die vielleicht ebenfalls damit zu kämpfen hatten, dazuzugehören und sich akzeptiert zu fühlen. Überall wurde ich an die Dinge erinnert, um die ich täglich kämpfte: Freunde in der Nähe zu haben, fließend Finnisch zu sprechen, einen Job, einen Kontext, einen Sinn im Leben zu haben. Ich suchte nach Orten, an denen ich mich außerhalb der Sicherheit meines Zuhauses wirklich frei fühlen konnte.
Und ich fand einige. Einige waren menschenleer: am Strand, am äußersten Rand der Gemeinde. Andere befanden sich in Gegenden, in denen arme Menschen leben und leiden – Einwanderer:innen, Arbeitslose, Kranke und Süchtige, diejenigen, die keine Wahl haben. Typisch für diese Orte ist, dass die Menschen sichtbar sind; das Gewicht ihrer Probleme und die Höhe ihrer Freuden sprengen die Grenzen der schäbigen Sozialwohnungen. Das Private vermischt sich mit dem Gemeinsamen, das Fremde mit dem Vertrauten. Konflikte und Erfolge werden direkt zum Ausdruck gebracht. Soziale Normen verschwimmen und treten in den Hintergrund. Zum ersten Mal hatte ich das Gefühl, sowohl einheimisch als auch fremd sein zu können. Ich war frei.
Das Fragment folgte mir dorthin. Ich legte es an die Stelle, an der ich kurz zuvor Menschen gesehen hatte. Es wurde zu einem Platzhalter für meine Seele in Zeiten, in denen ich physisch nicht dort sein konnte – ein stiller Zeuge, eine Erinnerung daran, dass Zugehörigkeit immer in Reichweite ist, sowohl räumlich als auch im Geist.
Das Projekt des Museums für Islamische Kunst "CulturalxCollabs - Weaving the Future" feiert die transformative Kraft des kulturellen Austauschs und die gesellschaftlichen Verflechtungen, die uns alle vereinen. Alles, was wir lieben, geliebt haben und jemals lieben werden, stammt aus kulturellem Austausch, Migration und Vielfalt, oder wie wir es gerne nennen, #CulturalxCollabs.
100 Teppichfragmente, aus einer Replik des ikonischen Drachenteppichs geschnitten, werden die Welt bereisen (unterwegs mit DHL). Mit Hilfe der Collab-er werden die Fragmente #CulturalxCollabs bereichern, menschlichen Einfallsreichtum inspirieren, Gemeinschaft fördern und letztendlich zeigen, wie kultureller Austausch all unsere Leben bereichert.
Folg #CulturalxCollabs auf Instagram und erleb wie sich das Projekt entfaltet...
Begleite uns auf eine Reise mit 100 Teppichfragmenten, die dreieinhalb Jahre lang rund um die Welt reisen, vorübergehende Zuhause finden und dabei kulturelle Grenzen überbrücken. Vereint durch die Kraft persönlicher Geschichten fördern die Fragmente eine weltweite Gemeinschaft.
"CulturalxCollabs - Weaving the Future" - 1 Projekt, 100 Teppichfragmente. Folge ihrer Reise mit den immer wieder wechselnden Besitzer:innen innerhalb der nächsten 3,5 Jahre.
Ein kaukasischer Drachenteppich aus dem 17. Jh. - der Star des "CulturalxCollabs - Weaving the Future" Projekts. Aber wo ist der Drachen eigentlich?
Wie kann ich mein Material hochladen? Diese und viele weitere Fragen werden hier beantwortet.