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Dies ist ein Fragment des "CulturalxCollabs - Weaving the Future" Teppichs.
Mit dem Fragment folgen wir der Reise der Besitzer:innen und ihrer Collabs. Sie entdecken und experimentieren mit gesellschaftlich relevanten Themen, die sie auf kreative Weise vorantreiben.
Hier stellen wir Euch das Fragment vor, so wie wir es auf seine dreieinhalbjährige Reise schicken.
Folg dieser Story und erleb die Transformation des Fragments im Laufe der Jahre...
Ich bin in Südusbekistan aufgewachsen, mit begrenzten kulturellen und sozialen Kontakten. Mein Leben verlief so, wie ich die Welt sehen wollte, und das begann mit meinem 15. Lebensjahr dank eines Schüleraustauschs. Diese interkulturellen Erfahrungen prägten mein Leben und meine Arbeit, und ich bin heute interkulturelle Trainerin. In einer von Unsicherheiten geprägten Welt ist kulturelle Vielfalt eine Brücke, um unsere Stärken zu erkennen und ein Gefühl der Zugehörigkeit zu entwickeln. Damit kulturelle Vielfalt gewürdigt werden kann, brauchen wir alle Begegnungen und gelebte Erfahrungen, die uns die Schönheit des Sehens und Lachens in verschiedenen Sprachen lehren und uns die vielen Rituale wertschätzen lassen, die uns verbinden. Kulturelle Vielfalt ist mehr als ein Konzept: es hilft uns vor allem dabei, uns zu vereinen, besser und stärker zu werden und ein erfüllteres Leben zu führen – ob in Berlin oder Taschkent, in Colombo oder Helsinki. Ich hoffe, dass wir unseren Kindern und uns selbst beibringen, unsere Unterschiede zu schätzen und nicht nur an Bekanntem festzuhalten.
Ich hoffe, dass meine Tochter diese Worte eines Tages liest und stolz auf ihre finnischen und usbekischen Wurzeln ist – und der Welt zeigt, dass wir alle voller Freude und Staunen sind, nicht voller Hass und Angst.
Kamilla Sultanova ist ein lebendiges Beispiel kultureller Vernetzung – mit usbekischen Wurzeln und dänisch-finnischen Verbindungen ist ihre Familiengeschichte bereits ein vielschichtiges Geflecht der Kulturen. In Finnland, wo Valentinstag Freundschaftstag ist und Smalltalk eher selten, definiert sie Freundschaft neu – durch echte Begegnungen: Nachbar:innen teilen Essen, Geschichten und ein wenig Tanz und verwandeln so Fremde in eine Gemeinschaft – Tisch für Tisch. Mit ihrem Fragment #91 trägt sie diesen Geist ins Museum für Islamische Kunst in Berlin und zeigt, wie Vertrauen wächst und neue kulturelle Kooperationen entstehen, wenn Menschen den Mut haben, sich zu begegnen, einander zuzuhören und sich zugehörig zu fühlen.
Ich bin Kamilla Sultanova, Netzwerkerin, vielseitig engagierte Unternehmerin, hyperlokale und globale Bürgerin mit Wohnsitz in Finnland. Früher habe ich Tee getrunken, ohne darüber nachzudenken. Dann erfuhr ich, dass in den grünen Hügeln Sri Lankas Frauen lange Tage damit verbringen, den berühmten schwarzen Ceylon-Tee von Hand zu pflücken – Blatt für Blatt, Stunde für Stunde – für nur ein paar Euro oder Dollar. Dieser Tee reist um die ganze Welt und landet in unseren Tassen an Orten wie Finnland während die Frauen dahinter fast unsichtbar bleiben.
Auf meiner Reise durch das Teeland besuchte ich auch alte Bungalows, in denen die frühen „Tee-Pioniere“ lebten und diese Industrie vor fast 160 Jahren aufbauten. Als ich dort stand, zwischen der Geschichte der Macht und der heutigen Realität der Frauen auf den Feldern, war es mir unmöglich, Tee weiterhin als „nur ein Getränk“ zu betrachten.
Ein srilankischer Freund regte mich dazu an, die eindringlichen Geschichten des Künstlers Arulraj Ulaganathan (Ausstellung „Plucking The Stars“ im Curado Art Space in Colombo) über das Leben auf den Plantagen zu verfolgen, und mir wurde klarer: Hier geht es um Würde, nicht nur um ein Getränk. Also versammelten wir srilankische Diaspora-Mitglieder und finnische Freunde an einem Tisch. Wir haben den Tee über den Tee geschüttet! Wir probierten, hörten zu, stellten kritische Fragen und sammelten Spenden für die Bogawantalawa-Schule in der Teeanbauregion – als kleine Geste der Dankbarkeit.
Das geht über Tee hinaus.
Es geht um all das, was wir genießen, ohne die Menschen dahinter zu kennen, und es geht auch darum, wie wir reisen.
Wenn wir Sri Lanka oder ein anderes Land besuchen, bedeutet verantwortungsbewusster Tourismus, über die Postkartenansicht hinauszuschauen. Es bedeutet zu fragen: Was verbirgt sich hinter den einzelnen Branchen hier – Tee, Textilien, Teppiche, der Tourismus selbst? Wer arbeitet dort, wer wird fair bezahlt, wessen Geschichten fehlen?
Wenn dir das am Herzen liegt, scroll nicht einfach weiter:
Vom Tee bis zu Textilien, von den Feldern bis zu den fertigen Produkten, von alten Bungalows bis zu den heutigen Plantagen – was wäre, wenn jede Tasse, jeder Teppich, jede Reise dazu beitragen würde, eine bessere Zukunft zu gestalten?
Das Projekt des Museums für Islamische Kunst "CulturalxCollabs - Weaving the Future" feiert die transformative Kraft des kulturellen Austauschs und die gesellschaftlichen Verflechtungen, die uns alle vereinen. Alles, was wir lieben, geliebt haben und jemals lieben werden, stammt aus kulturellem Austausch, Migration und Vielfalt, oder wie wir es gerne nennen, #CulturalxCollabs.
100 Teppichfragmente, aus einer Replik des ikonischen Drachenteppichs geschnitten, werden die Welt bereisen (unterwegs mit DHL). Mit Hilfe der Collab-er werden die Fragmente #CulturalxCollabs bereichern, menschlichen Einfallsreichtum inspirieren, Gemeinschaft fördern und letztendlich zeigen, wie kultureller Austausch all unsere Leben bereichert.
Folg #CulturalxCollabs auf Instagram und erleb wie sich das Projekt entfaltet...
Begleite uns auf eine Reise mit 100 Teppichfragmenten, die dreieinhalb Jahre lang rund um die Welt reisen, vorübergehende Zuhause finden und dabei kulturelle Grenzen überbrücken. Vereint durch die Kraft persönlicher Geschichten fördern die Fragmente eine weltweite Gemeinschaft.
"CulturalxCollabs - Weaving the Future" - 1 Projekt, 100 Teppichfragmente. Folge ihrer Reise mit den immer wieder wechselnden Besitzer:innen innerhalb der nächsten 3,5 Jahre.
Ein kaukasischer Drachenteppich aus dem 17. Jh. - der Star des "CulturalxCollabs - Weaving the Future" Projekts. Aber wo ist der Drachen eigentlich?
Ein kaukasischer Teppich aus dem 17. Jahrhundert, halb zerstört durch eine Brandbombe im Zweiten Weltkrieg, wird zur Vorlage für einen Doppelgänger — gewebt 2022 von einer Familie in Rajasthan, Indien. Über 2,3 Millionen Knoten später reist er als 100 Fragmente in alle Welt. Dies ist die Geschichte, wie er entstand.