Altstadt Aleppo: die Ruinen der Khosrawiya-Moschee und des Carlton Hotels mit der Zitadelle im Hintergrund. © Sultan KitazAltstadt Aleppo: die Ruinen der Khosrawiya-Moschee und des Carlton Hotels mit der Zitadelle im Hintergrund. © Sultan Kitaz

Erinnerungen aus Aleppo

Drei Stimmen, eine Stadt

Leben in Aleppo nach dem Krieg

Über die Story

Drei Menschen, drei Häuser, drei Generationen: Ali, Marah und Mohammed erzählen von ihrer persönlichen Verbundenheit mit der Aleppiner Altstadt – von Verlust, Rückkehr und der Kraft, die in den Mauern traditioneller Häuser weiterlebt. Ihre Stimmen sind Teil eines größeren Bemühens: das materielle und immaterielle Erbe einer der ältesten Städte der Welt zu bewahren.

Im Jahr 2025 dokumentierten drei Feldteams über drei Monate lang vier Altstadtviertel systematisch: al-Jadideh, al-Hazzazeh, al-ʿAqabeh und Suwaiqat ʿAli. Insgesamt wurden 1.734 Gebäude erfasst, knapp 500 davon vollständig von innen und außen. Ergänzend zur baulichen Schadenskartierung führte das Team Interviews mit Bewohner:innen durch, um Rückkehrmuster, demografische Veränderungen und persönliche Überlieferungen zu dokumentieren. Alle erhobenen Daten wurden in eine neu aufgebaute QGIS-Plattform eingearbeitet und über das Online-Archiv des Syrian Heritage Archive Projects zugänglich gemacht. Ali, Marah und Mohammed gehören zu den Menschen, die das Team dabei angetroffen hat.

Ihre Geschichten entstanden im Rahmen des Projekts Dokumentation und Kartierung des aktuellen Zustands historischer Gebäude in der Altstadt von Aleppo – einem gemeinsamen Projekt des Museums für Islamische Kunst in Berlin und der Freunde des Museums für Islamische Kunst, gefördert vom Auswärtigen Amt. Ziel ist es, das materielle und immaterielle Erbe der Altstadt zu dokumentieren und für kommende Generationen zu bewahren.

Ali Hafez

Ein materieller Verlust, aber eine tiefe spirituelle Verbundenheit…

Ali aus dem Viertel Al-Jdayde verlor während des Krieges sein Zuhause und seinen Lebensunterhalt. Und doch blieb er innerlich verwurzelt: in dem Ort, der ihn geprägt hat, in den Straßen, die er seit Kindheit kennt. Sein Zeugnis erinnert daran, dass materieller Verlust und tiefe Zugehörigkeit gleichzeitig existieren können.

Marah Sultan

Sie kehrte heim, nachdem sie geglaubt hatte, es für immer verloren zu haben…

Marah kehrte mit ihrer Familie in ein traditionelles Aleppiner Haus zurück, in ein Haus, das sie einst für verloren gehalten hatte. Ihre Kindheitserinnerungen, die Strukturen des Alltags, das Licht in den Räumen: all das ist wieder da. Das Leben ist in seine Mauern zurückgekehrt.

Mohammed Abo Bai

Drei Generationen unter einem aleppinischen Dach…

Mohammed lebt mit drei Generationen unter einem Dach. Er erzählt vom Zusammenleben in der Altstadt, von Nachbarschaft als gelebter Praxis und von seiner Zuversicht, dass diese Häuser auch seinen Kindern eine Zukunft bieten werden. Traditionelle Häuser, sagt er, waren schon immer darauf ausgelegt, Familien zusammenzubringen.

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